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Massnahmezentrum Kalchrain

Massnahmezentrum Kalchrain

Im Rahmen der berufsfeldspezifischen Woche besuchte unsere KI-Klasse 2Fa diesen Dienstag das Maßnahmenzentrum (MZ) Kalchrain für männliche Jugendliche und junge Erwachsene. Zu Beginn wurden wir vom Leiter des MZ herzlich begrüßt. Er erklärte uns, dass das Hauptziel der Einrichtung darin besteht, die Jugendlichen dabei zu unterstützen, keine weiteren Straftaten zu begehen und ein selbstständiges, verantwortungsbewusstes Leben zu führen. Das Maßnahmenzentrum soll ihnen eine zweite Chance geben und sie auf ein Leben nach der Entlassung vorbereiten. Er erzählte uns auch, dass Jugendliche und junge Erwachsene nur ins Zentrum kommen, wenn das Gericht eine Maßnahme anordnet, und dass sie mindestens 17 Jahre alt sein müssen. Die Dauer des Aufenthalts kann mehrere Monate bis mehrere Jahre betragen. Er erwähnte, dass manche wegen mehrerer Delikte wie Sachbeschädigung und Gewalttaten, andere wegen Tötungsdelikten wie Mord und Totschlag hier sind. Anschließend erhielten wir einen Einblick in den Alltag der Jugendlichen. Sie leben in Wohngruppen und übernehmen viele Aufgaben selbst. Dazu gehört unter anderem das gemeinsame Aufräumen und Kochen, wodurch sie lernen, Verantwortung im Alltag zu übernehmen. Außerdem müssen alle Jugendlichen einer geregelten Arbeit oder Ausbildung nachgehen. Das Zentrum bietet Berufsausbildungen in verschiedenen Berufsfeldern an und unterstützt die Jugendlichen dabei, praktische Erfahrungen zu sammeln und ihre Zukunft zu planen.  Neben der Arbeit erhalten die Jugendlichen sozialpädagogische und therapeutische Unterstützung. Sie führen regelmäßig Gespräche mit Sozialarbeiter:innen, in denen sie über persönliche Probleme, ihre Vergangenheit und ihre Zukunft sprechen können. Bei Bedarf können sie auch psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Darüber hinaus haben die Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten, beispielsweise durch Musik, Zeichnen oder andere kreative Aktivitäten. Diese Angebote fördern ihre persönliche Entwicklung und helfen ihnen, neue Interessen und Fähigkeiten zu entdecken.  Besonders beeindruckend fanden wir, dass die Unterstützung auch nach der Entlassung nicht einfach endet. Die Mitarbeitenden helfen den jungen Erwachsenen dabei, eine Lehrstelle oder Arbeitsstelle sowie eine passende Wohnung zu finden. Falls jemand später eine weiterführende Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchte, wird auch dieser Weg unterstützt. Ziel ist es, den Jugendlichen einen erfolgreichen Start in ein eigenständiges Leben zu ermöglichen. Durch ein Stufensystem übernehmen sie Schritt für Schritt mehr Verantwortung und werden auf das Leben ausserhalb des Zentrums vorbereitet.  Der Besuch im Massnahmenzentrum Kalchrain hat uns gezeigt, dass hinter jeder Geschichte ein Mensch steht.

Wir haben gelernt, dass Resozialisierung viel mehr bedeutet als Strafe – sie bietet jungen Menschen die Chance, sich zu verändern und eine neue Zukunft aufzubauen.

Text: Janic Streiff, Marie Ndiaye, Sofiia Balaniuk (2Fa) 

Janic Streiff, 02.07.2026