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Onkel Dagobert lässt grüssen

Onkel Dagobert lässt grüssen

ROMANSHORN/BERLIN – Labor für Angewandte Soziologie, Einstieg in die Kriminalsoziologie (mit den Klassen 2Fa und 3Fb). Liveschaltung in eine Reha-Klinik im Umland von Berlin, wo sich Arno Funke (75) von einer Operation erholt. Zurück vom Terrain-Training im Wald berichtet Funke von seiner ungewöhnlichen, von Brüchen geprägten Laufbahn.

Eigentlich wollte er als Kind Clown werden. Oder Kunstmaler. Stattdessen machte Funke eine Lehre als Schilder- und Lichtreklamemacher, arbeitete später als Schildermaler, Discjockey, Fahrer für eine Getränkefirma, Bauhelfer und ab 1980 als Kunstlackierer in einer Kfz-Werkstatt. Bis ihn die giftigen Lösungsmittel in eine schwere Depression führten und von 1988 bis 1994 als Kaufhauserpresser «Dagobert» auf die schiefe Bahn gerieten liessen.

Seit der Entlassung aus dem Gefängnis arbeitet der wohl höflichste Geldübergabe-Künstler aller Zeiten ganz legal als Autor, Grafiker und Karikaturist. Seine abweichende Karriere wurde so zum Sprungbrett für einen erfolgreichen Neuanfang. Ein Werdegang, der Erwartungen, Muster und Vorurteile bricht. Und eine ganze Reihe soziologische Fragen aufwirft.

Mark Riklin, 05.03.2026