«Blind Talk» – ein Gespräch auf Augenhöhe

ROMANSHORN – Mittlere Gasse 11, 13 Uhr 30, vor den Fischerhäusern. Hier versammeln sich Mitarbeitende des Labors für Angewandte Soziologie (Kantonsschule Romanshorn) zum Empathie-Training, setzen Dunkelbrillen auf und lassen sich in Polonaise-Form in den Raum führen, in dem der heutige «Blind Talk» stattfindet: ein Gespräch auf Augenhöhe mit David Herzmann, der im Rollstuhl sitzt und im Alter von 20 Jahren erblindet ist.
Unser Gast erzählt aus seinem Leben: von der Sehnsucht nach Ausgang und Ferien; seiner Abhängigkeit von Personen, die ihn unterstützen; und von seiner Vision eines Assistenten-Pools, der Begleitpersonen vermittelt. «Zum einen habe ich jetzt viel mehr Verständnis und kann zumindest teilweise nachempfinden, was es heisst, blind zu sein», sagt Sarah Schmid. Zum anderen sei ihr Interesse geweckt worden, zum Wohle der Gesellschaft ehrenamtliche Dienste zu leisten.
Mark Riklin, 26.03.2025